Damit kein Licht uns liebe

Sie kamen
mit scharfen Fahnen und Pistolen
schossen alle Sterne und den Mond ab
damit kein Licht uns bliebe
damit kein Licht uns liebe

Da begruben wir die Sonne
Es war eine unendliche Sonnenfinsternis


Rose Ausländer
Geboren 1901 in Czernowitz/ heutige Ukraine, verstorben 1988 in Düsseldorf

Rose Ausländer, Damit kein Licht uns liebe. Aus: dies., Die Sichel mäht die Zeit zu Heu. Gedichte 1957-1965. © S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1985. Mit freundlicher Genehmigung der S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main.

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Neueste Texte / Beiträge

Seit 2016 ist Alea Horst als Nothelferin in den verschiedensten Krisen- und Kriegsgebieten für Hilfsorganisationen im Einsatz. Gegenüber Convivio mundi berichtet sie von einer „ständigen Retraumatisierung“ der Kinder und fordert „eine sofortige Evakuierung der Lager. 70% der Menschen in den Lagern erhalten eine positive Antwort. Sie werden und müssen irgendwann Teil unserer Gesellschaft werden.“

Viele Freunde von Convivio mundi werden sich an den eindringlichen Appell von Professor Dr. Gerhard Trabert, Begründer des Vereins „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“ im Dezember 2018 aus dem Kriegsgebiet Kobane in Nordsyrien erinnern, wie auch an seinen Bericht im November 2020 über das Flüchtlingslager Cara Tepe auf Lesbos. Für den Mediziner und Sozialpädagogen bedarf es keiner Abwägung mehr, Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten notwendige Hilfe und Unterstützung, Medikamente, Verbandsmaterial und Wundversorgungs-Equipment zu bringen. Anfang Mai reiste er aus diesem Grund in die Ukraine. Er schickte Convivio folgenden Erfahrungsbericht, den wir leicht gekürzt haben.

Seit Jahrzehnten beklagt Claus Fussek die menschenunwürdigen Bedingungen in vielen Senioren- und Pflegeeinrichtungen, wie auch im Convivio-Interview 2013. Am 1. Februar 2022 ist diese engagierte, mutige Stimme alter und pflegebedürftiger Menschen in Deutschland in den Ruhestand gegangen. Claus Fussek spricht vom „Unruhestand“ und fordert einen dringenden Perspektivenwechsel in der Pflege: „Nicht die Pflegekräfte sind die Opfer, sondern die wehrlosen, ausgelieferten, hilflosen, kranken, pflegebedürftigen, verletzlichen, sterbenden Menschen! … Wir sind und bleiben ALLE zuständig und verantwortlich!“

Auch in diesem Frühling 2022 verhindert die Corona-Pandemie wieder einmal, dass Convivio mundi wie jedes Jahr zur Veranstaltung in das Leibnizhaus in Hannover einlädt: zu unserem traditionellen „Gastmahl der Welt“. Mit Musik und Poesie haben wir dort stets Menschen zu Gehör gebracht, die mit ihren Ideen und ihrem Wirken nie nachgelassen haben, die Unantastbarkeit und Unverletzbarkeit der Menschenrechte und Menschenwürde zu verteidigen. Menschen wie David Maria Turoldo, den in Deutschland fast unbekannten Dichterpriester aus dem italienischen Friaul. Umso dankbarer sind wir, dass Carl Wilhelm Macke, freier Journalist und Geschäftsführer des Vereins Journalisten helfen Journalisten e.V., Turoldo aus Anlass seines 30. Todestages vorstellt. Besonders danken wir auch Dr. Thomas Stauder, Privatdozent an der Universität Augsburg, dass er einer Zweitveröffentlichung seines Beitrags „David Maria Turoldo – ein ,poeta prete’ zwischen Meister Eckardt und Erich Fried“, zuerst erschienen in der Zeitschrift „Zibaldone“ im Mai 1994 im Piper Verlag, zugestimmt hat.

Die meisten kennen Dunja Hayali vermutlich als Journalistin und Moderatorin aus dem Fernsehen, z. B. aus den ZDF-heute-Nachrichten oder aus dem heute-Journal. Über diese Rolle spricht sie auch in ihrem Buch Haymatland, das 2018 im Ullstein-Verlag erschienen ist. Besonders wichtig ist ihr aber auch, zu unterstreichen, dass sie nicht nur das ist, eine öffentlich bekannte Person, sondern auch „einfach eine Frau, die stolz auf ihre Eltern ist und dankbar und demütig für die Möglichkeiten, Freiheiten und Rechte, die mir unser Land einräumt und die mir meine Eltern ermöglicht haben“ | Geschrieben von Janina Schmiedel

Kenner und Verehrer von Gottfried Wilhelm Leibniz haben 2021 mit großer Bewunderung seinen 375. Geburtstag gefeiert. Doch welche Bedeutung hat das Werk dieses Universalgelehrten über das akademische Interesse hinaus? Kann uns Leibniz auch heute noch in unserer krisengeschüttelten, komplexen und global vernetzten Welt Antworten geben? Prof. Wenchao Li, Leiter der Leibniz-Edition Potsdam der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, erklärt im Interview: „Gerade weil wir in einer Welt leben, in der die Menschenwürde und Menschenrechte durch Armut, Hunger und Kriege bedroht und mit Füßen getreten werden, lohnt es sich umso mehr, sich mit Leibniz zu beschäftigen und sich auf sein Erbe und Vermächtnis zu besinnen.“

„Heimisches Land, väterlich Haus, Nie mög’ ich von Euch verbannt sein, Um hilfeberaubt und ratlos, Durch die Welt zu irren, Schmachtend in kläglicher Not! In den Tod, in den Tod zu gehen wünscht’ ich, Ehe dieses Los sich an mir erfüllt; Denn der Heimat beraubt zu sein, Nenn ich der Übel größtes.“ | Beitrag von Renate Müller De Paoli

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