Damit kein Licht uns liebe

Sie kamen
mit scharfen Fahnen und Pistolen
schossen alle Sterne und den Mond ab
damit kein Licht uns bliebe
damit kein Licht uns liebe

Da begruben wir die Sonne
Es war eine unendliche Sonnenfinsternis


Rose Ausländer
Geboren 1901 in Czernowitz/ heutige Ukraine, verstorben 1988 in Düsseldorf

Rose Ausländer, Damit kein Licht uns liebe. Aus: dies., Die Sichel mäht die Zeit zu Heu. Gedichte 1957-1965. © S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1985. Mit freundlicher Genehmigung der S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main.

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Interview mit Souad Lamroubal: Yallah Deutschland, wir müssen reden! - So der Titel des Buches von Souad Lamroubal, erschienen im Dietz Verlag. Es ist eine herausfordernde Einladung zum Gespräch mit „ihrem“ Deutschland, das in den 1970er Jahren ihren Vater in Marokko als Arbeitskraft für Deutschland anwarb. Souad Lamroubal, geboren und aufgewachsen in Deutschland, studiert Public Management und entscheidet sich für die Verwaltungslaufbahn. Heute arbeitet sie als Integrationsbeamtin in einer Ausländerbehörde. Sie kennt also beide Seiten seit ihrer Kindheit bestens: die Lage der Ankommenden und die Forderungen deutscher Behörden. Wer könnte also besser ungeklärte Widersprüche im Umgang miteinander aufdecken und die Frage beantworten, wann Integration wirklich gelungen ist.

Sieben entscheidende Tage in sieben verschiedenen Jahren im Leben Gottfried Wilhelm Leibniz’ schildert Michael Kempe, Leiter des Leibniz-Archivs in Hannover, in Die beste aller möglichen Welten. Gottfried Wilhelm Leibniz in seiner Zeit., erschienen im S. Fischer Verlag.

So beginnt das wunderschöne Gedicht Die Sternseherin Lise von Matthias Claudius. Nun im Juli 2022, rund 200 Jahre später, ist die italienische Astronautin Samantha Christoforetti bei ihrem Weltraumspaziergang als erste Frau in der Menschheitsgeschichte den Sternen noch näher gekommen und für eine Zeit dem beängstigenden, rohen Treiben auf der Erde und dem Krieg in Europa entrückt.

… eben dieses Staunen: Es sei der „Anbruch einer neuen Ära“, „Überall sind Galaxien“, verkündete die NASA begeistert, nachdem die ersten bahnbrechenden, wissenschaftlichen Aufnahmen des Weltraumteleskop James Webb enthüllt wurden. Welch neue Perspektiven tun sich da auf in Zeiten, wo die Welt und die Institutionen aus den Fugen geraten und Krieg und Hungerkatastrophen das Leben auf der Erde verdunkeln. Auch Navid Kermani, der deutsch-iranische Schriftsteller und habilitierte Orientalist, versucht in seinem Buch Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen – Fragen nach Gott, 2022 im Hanser Verlag erschienen, den Blick in einer Zeit, „wo sich alles um Macht, Geld, um Anerkennung dreht“, auf „etwas Höheres“ zu richten.

Seit 2016 ist Alea Horst als Nothelferin in den verschiedensten Krisen- und Kriegsgebieten für Hilfsorganisationen im Einsatz. Gegenüber Convivio mundi berichtet sie von einer „ständigen Retraumatisierung“ der Kinder und fordert „eine sofortige Evakuierung der Lager. 70% der Menschen in den Lagern erhalten eine positive Antwort. Sie werden und müssen irgendwann Teil unserer Gesellschaft werden.“

Viele Freunde von Convivio mundi werden sich an den eindringlichen Appell von Professor Dr. Gerhard Trabert, Begründer des Vereins „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“ im Dezember 2018 aus dem Kriegsgebiet Kobane in Nordsyrien erinnern, wie auch an seinen Bericht im November 2020 über das Flüchtlingslager Cara Tepe auf Lesbos. Für den Mediziner und Sozialpädagogen bedarf es keiner Abwägung mehr, Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten notwendige Hilfe und Unterstützung, Medikamente, Verbandsmaterial und Wundversorgungs-Equipment zu bringen. Anfang Mai reiste er aus diesem Grund in die Ukraine. Er schickte Convivio folgenden Erfahrungsbericht, den wir leicht gekürzt haben.

Seit Jahrzehnten beklagt Claus Fussek die menschenunwürdigen Bedingungen in vielen Senioren- und Pflegeeinrichtungen, wie auch im Convivio-Interview 2013. Am 1. Februar 2022 ist diese engagierte, mutige Stimme alter und pflegebedürftiger Menschen in Deutschland in den Ruhestand gegangen. Claus Fussek spricht vom „Unruhestand“ und fordert einen dringenden Perspektivenwechsel in der Pflege: „Nicht die Pflegekräfte sind die Opfer, sondern die wehrlosen, ausgelieferten, hilflosen, kranken, pflegebedürftigen, verletzlichen, sterbenden Menschen! … Wir sind und bleiben ALLE zuständig und verantwortlich!“

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