Alexander von Humboldt zu Gast bei Convivio mundi


Veranstaltung vom 25.06.2007 / Freizeitheim Döhren

Vortrag und Diskussion: Alexander von Humboldt
Referent: Volkert Brenner


Wollte man die Namen all der Menschen aufschreiben, die sich um den Fortschritt der Wissenschaft verdient gemacht haben, wäre die Liste – zum Glück – sehr lang. Einige dieser Namen sind allgemein bekannt, andere sind nur den Spezialisten der jeweiligen Fachgebiete geläufig. Und einige waren lange Zeit fast vergessen und wurden dann wiederentdeckt.
Und so ähnlich ging es Namen und Werk von Alexander von Humboldt.
Ganz im Gegensatz zu einigen Ländern Lateinamerikas, wo sein Name zum alltäglichen Leben gehört (Straßen, Plätze, Städte), war es in Europa lange nicht üblich, die Werke Humboldts zu lesen. Es gibt wenige Schriften, die so beeindruckend das erbärmliche Leben der Indianer unter der Conquista darstellen ,wie Humboldts "Mexiko-Werk". Nur wenige Werke gehen über die Beschreibung des Elends hinaus und versuchen einen Neuanfang für die "armen" Indios zu formulieren. Sein Buch stellte die Würde der Indios wieder her und unterstützte maßgeblich den Weg Mexikos zur Unabhängigkeit 1821.
Wie „Mexico-Werk“ und „Kuba-Werk“ , die in der ersten Hälfte des 19. Jhdts erstmal erschienen, wurden erst in den 90er Jahren des 20. (!) Jhdts auch andere Schriften Humboldts wieder in deutscher Sprache aufgelegt.
Volkert Brenner lenkte in seinem Referat unsere Aufmerksamkeit vor allem auf den Menschen Alexander von Humboldt.
Welchen positiven Einfluss das Denken diesen Mannes auf all die Wissenschaftler-Generationen nach ihm hätte haben können, wird deutlich, wenn man die Trennung von Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft in unserer derzeitigen Wissenschaftslandschaft betrachtet. Eine Humboldtsche Denkweise hätten sich einer solchen Trennung mit aller Kraft entgegengestellt. Alexander von Humboldt hat sich nie darauf beschränkt, nur die vorgefundenen Zustände zu beschreiben. In all seinen Werken finden sich Überlegungen, wie die Lebensumstände der betroffenen Menschen verbessert werden könnten. Damit hatte er schon als junger Bergassesor in Steben begonnen, wo die Bergleute und ihre Familien unter den denkbar schlechtesten Bedingungen lebten und arbeiteten. Es ist ganz konkret Alexander von Humboldt zu verdanken, dass zum Beispiel Schulen für die Kinder der Bergleute eingerichtet wurden.
Die bessere Bildung führte zusammen mit weiteren Neuerungen letztlich zu höherer Produktivität. Es mag dieser Tatsache zu verdanken sein, das sich Humboldt trotz seiner kritischen Einstellung einen Namen machen konnte, der ihm u.a. auch den Weg nach Neu Spanien öffnete.

Dem gewaltigen Werk von Alexander von Humboldt in einem 90 minütigen Vortrag gerecht zu werden ist wohl nicht möglich. Aber es gelang Herrn Brenner vorzüglich, sein Publikum für die Person Alexander von Humboldt einzunehmen und unsere Neugier zu wecken.

(Wir werden demnächst im Wissenschaftsteil unserer Web-Site etwas zu A.v.Humboldt veröffentlichen.)


Geschrieben von Steffen Brosig
Freitag, 29. Juni 2007