Mascha Kaléko

Convivio mundi gratuliert zum 100. Geburtstag

„Und nennt man die zweitbesten Namen,
So wird auch der meine genannt“


schreibt Mascha Kaléko in Anspielung auf Heine in "Deutschland, ein Kindermärchen." Leider ist sie heute wenig bekannt. 100 Jahre wäre sie am 07. Juni geworden. (Nicht nur) von Convivio mundi wurde dieser Anlass genutzt, die deutschsprachige Dichterin einmal gebührend in den Fokus zu stellen. Am 09.07. 2007 stellte Renate Müller De Paoli Mascha Kaléko im Rahmen einer öffentlichen Vereinssitzung im Freizeitheim Döhren, bei der ca. 30 Zuhörer anwesend waren, vor.

1907 in Österreich-Ungarn geboren, siedelte ihre Familie zu Beginn des ersten Weltkriegs nach Deutschland über. 1938 emigrierte sie in die USA (Lebte später auch in Israel, starb schließlich 1975 in Zürich) und teilte damit das Schicksal unter anderem von Heine, dem sie sich literarisch verbunden fühlte, auch von Einstein und Thomas Mann, die sich bewundernd über ihre Dichtung äußerten. Emigration und Heimatlosigkeit sind Thema vieler Ihrer Gedichte. Man vernimmt melancholische Töne, aber nicht weniger Ironie, und treffsicher entlockt sie dem Zuhörer ein Schmunzeln mit ihren Anspielungen und Zitaten, dabei ist ihre Lyrik verständlich und zugänglich.

Frau Müller De Paoli gab einen anschaulichen Einblick in die Biographie und führte den Zuhörern Kalékos Witz, ihre Scharfsinnigkeit und Feinfühligkeit vor Augen. Anschließend kam die Dichterin auch selbst zu Wort. Eine gute Auswahl verschiedener Gedichte wurde vorgetragen, so dass man schon währenddessen Lust bekommen konnte, sich einen der lyrischen Bände anzuschaffen, was in meinem Fall auch bereits geschehen ist.



Geschrieben von Janina Schmiedel
Mittwoch, 18. Juli 2007